Aerodynamik: Spitzenleistung mit cw 0,27

Die Verringerung des Luftwiderstands war eine weitere Hauptaufgabe der Karosserie- Entwickler. Zu Recht: Die Aerodynamik beeinflusst den Kraftstoffverbrauch maßgeblich. Der Luftwiderstand steigt im Quadrat der Fahrgeschwindigkeit und ist bei Tempo 80 bereits so groß wie alle anderen Fahrwiderstände zusammen, wie die Mercedes Test mit den Mercedes Erlkönig gezeigt hat.

Das bereits in der Planungsphase der Mercedes E Klasse gesteckte Ziel haben die Aerodynamik- Ingenieure auch nach der umfangreiche Modellpflege vom Sommer 1999 erreicht: Der Luftwiderstandsbeiwert (cw- Wert) der Karosserie liegt bei den Basismodellen bei 0,27 und markiert damit nach wie vor eine Spitzenleistung für Serienautomobile.

Dieser Erfolg ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen Ingenieuren und Designern. Auf Basis der Maßkonzeption für die Mercedes E Klasse entwickelten die Aerodynamik- Fachleute zunächst ein so genanntes Potentialmodell im Maßstab 1:5, dessen äußere Formgestaltung aus strömungstechnischer Sicht das Optimum des technisch Machbaren darstellte. Mit dem „richtigen“ Auto war der Grundkörper in diesem Stadium indes nicht vergleichbar, denn er besaß weder Außenspiegel noch andere unverzichtbare Karosseriedetails, die den cw- Wert üblicherweise in die Höhe treiben. Trotzdem: Die aerodynamische Qualität eines Automobils wird zu 80 Prozent durch die Grundform bestimmt, so dass die Ingenieure mit dem Potentialmodell die Weichen von Anfang an in die richtige Richtung stellten. Die spätere Anpassung des Idealmodells an Technik, Funktion und Design war der Schlüssel zum Erfolg in diversen Mercedes Test.

Von „Bestform“ sprechen die Mercedes- Ingenieure jedoch erst, wenn neben dem cw- Wert auch in puncto Fahrstabilität, Verschmutzungsverhalten, Komfort, Bremsen- und Motorkühlung Spitzenleistungen erzielt werden. Deshalb hatten bei der aerodynamischen Entwicklung der Mercedes E Klasse auch Fachleute aus den Bereichen Fahrwerks- und Motorenentwicklung ein Wörtchen mit zureden. Sichtbare Details, die im Rahmen dieses mehrmonatigen Mercedes Test und Optimierungsprozesses neue Gestalt annahmen, sind zum Beispiel :

Die kleinen Spoiler vor den Radkästen, die den Auftrieb der Karosserie verringern und zugleich den cw- Wert um rund zwei Prozent verbessern; die aerodynamischen geformten Außenspiegel, die dank einer integrierten Spoilerkante auch die Verschmutzung der Seitenscheiben weitgehend verhindern; die dezent in den Kofferraumdeckel der Limousine eingearbeitete Spoilerkante, die den Heckauftrieb in engen Grenzen hält und überdies eine verwirbelungsfreie Abströmung des Fahrtwinds sorgt, die nach innen eingezogenen C- Säulen der Limousine, die zusammen mit dem flachen Neigungswinkel der Heckscheibe eine eng anliegende Umströmung der Karosserie gewährleisten; die schräg stehende Kühlermaske und die im Luftstrom gestaltete Bugschürze, die den Fahrtwind ablösungsfrei über und um die Karosserie führen. Arbeiten die in Zusammenarbeit mit Mercedes Tuner und Mercedes Test diese Ergebnisse hervor brachten.

Quelle: Mercedes E Klasse
Autor des Artikels: J. Klostermann v. wupdes.de