Auf der Pferderennbahn wurden die Autos gekürt

Mehr als 1000 Kilometer galt es an den fünf Rallye- Tagen zurückzulegen. Und natürlich waren auch viele Preise zu gewinnen. Doch die Organisatoren hatten zu einem raffinierten Trick gegriffen, allzu großen Ehrgeiz gleich in seine Schranken zu verweisen: Zwar war der Beginn einer Sonderprüfung und die zu erzielende Durchschnittsgeschwindigkeit bekannt gegeben worden – wo genau das Limit lag, konnte allerdings nur geschätzt werden.

Also legten wir, nach dem ersten Mercedes Treffen, erst einmal ein kräftiges Tempo vor, der Straßenzustand oder eine Schafherde sorgten ohnehin oft genug für eine gemütliche Geschwindigkeit. Zuweilen war es einfach die atemberaubende Aussicht, die ihren Teil zur Langsamen Fahrt beitrug. Den Verzug galt es wieder gutzumachen, prompt waren wir dann doch zu schnell und kassierten ordentlich Strafpunkte. Am Rande der Stecke fanden sich mehr Fotografen als sonst wo zu so einer Veranstaltung und machten ein Mercedes Bilder nach dem anderen.

So konzentrierte sich der Elan letztlich auf den „Concours d´Eégance“, der an einem Sonntag auf der Pferderennbahn von Palmerstone North durchgeführt wurde. Da die Veranstalter ahnten, daß jeder Teilnehmer doch für sich selbst votieren würde, hatte man in weiser Voraussicht beschlossen, das Publikum abstimmen zu lassen. Niemand hatte vorausgesehen, das Letztlich über 30.000 Besucher kommen sollten – ein Prozent der neuseeländischen Bevölkerung! Ihnen hatte das Mercedes Tuner Team das frisch vom Staub befreite „320 Cabriolet“ präsentiert und ausführlich einen Tag lang Biographie und technische Details erläutert.

Eine Woche später konnte dann bei der Preisverteilung der Lohn des Putzens und der verbalen Erläuterungen entgegengenommen werden. Als der Sprecher verkündete: „Conwith the 1938 Mercedes- Benz“, zeigte der herzliche Applaus, das Mercedes- Benz am anderen Ende der Welt neue Freunde gewonnen hat. Und da die „Third Pan Pacific Rallye“ 1996 auf einer angeblich noch schöneren Insel in der Südsee stattfinden soll, dürfen bereits heute Wetten angenommen werden, ob wieder einige Autos aus dem Museum ihren Weg um die halbe Welt „down under“ antreten werden.

Autor: J. Klostermann v. wupdes.de

Mercedes GP
Die Stuttgarter Mercedes-Entwickler haben schon früh zu Zeiten der ersten Grand-Prix-Veranstaltungen mit ihren Mercedes GP an vorderster Stelle mitgefahren. In der harten Konkurrenz der Italienischen Boliden-Bauer konnte sich der Hersteller durchaus vorzeigbar messen lassen.